Category Archives: MISC

7 Erziehungsfehler, die zu “Tyrannen” und “Arschlochkindern” führen

7 Erziehungsfehler, die zu “Tyrannen” und “Arschlochkindern” führen
Manche Kinder sind vorwiegend auf ihren Vorteil bedacht.

Es gibt nichts, was Eltern so sehr stresst, wie der Gedanke, ihre Erziehung könnte in irgendeiner Weise scheitern und ihre Kinder könnten egoistische Arschlöcher werden. Es gibt auch nichts, was Eltern so oft unheilvoll prophezeit wird, wie die Aussicht darauf, ihre Art der Erziehung würde egozentrische Tyrannen hervorbringen.

Es gibt in den Regalen der Buchhandlungen etliche Ratgeber, die genau in diese Kerbe hauen und meist eine Rückkehr zur guten alten Erziehung als Allheilmittel anpreisen. Die Autoren dieser Bücher verorten den Grund für die neue Generation der “Tyrannen” in einer zu bedürfnisorientierten Erziehung.

Betroffene Eltern erziehen ihre Kinder mit Lob und Tadel

Ich selbst arbeite als Sonderpädagogin und erlebe dort durchaus auch Kinder, die vorwiegend auf ihren eignen Vorteil bedacht sind und wenig Mitgefühl mit anderen haben. Man könnte sie “Arschlochkinder” nennen.

Ihre Eltern erziehen jedoch definitiv nicht bedürfnisorientiert, sondern klassisch mit Lob und Tadel. Diese Beobachtung ließ mich darüber nachdenken, welche Faktoren denn nun wirklich egoistisches, unempathisches und rücksichtsloses Verhalten begünstigen.

Mal abgesehen von Eltern, die ihre Kinder krass vernachlässigen, versuchen wir doch alle – egal, welche Erziehungsrichtung wir vertreten – unsere Kinder dazu zu befähigen, zwar einerseits individuelle Bedürfnisse selbstbewusst zu vertreten, aber sich andererseits doch so zurücknehmen zu können, dass sie sich in eine Gruppe oder Gesellschaft einfügen können.

Und bei den allermeisten Kindern gelingt dieser Spagat ja auch.

Wenn also bedürfnisorientierte und klassische Erziehung gleichermaßen vorwiegend gesellschaftstaugliche, freundliche Kinder hervorbringen, was muss passieren – oder nicht passieren – damit der viel beschrieene Tyrann tatsächlich heranwächst?

Mehr zum Thema: Diese 7 harmlosen Sätze solltest du vor Kindern nicht zu deinem Partner sagen

Es geht um den eigenen Willen.

Das Gehirn gibt uns die Reaktionen vor

Die Antwort findet sich unter anderem im Gehirn des Menschen – speziell in einem Bereich, der präfrontaler Cortex genannt wird. Das sind neuronale Netzwerke, die im Stirnhirn über den Augenhöhlen liegen und die einen Großteil dessen ausmachen, was wir als zivilisiertes und gesellschaftlich akzeptables Verhalten empfinden.

Der präfrontale Cortex ist quasi eine vernünftige Kontrollschleife, in der all unsere spontanen Impulse evaluiert werden. Werden wir beispielsweise geärgert und wir haben den Impuls, den Angreifer zu hauen, dann durchläuft dieser aggressive Wunsch die Kontrollschleife.

In Sekundenschnelle wird abgewägt, was unser Zurückhauen für Folgen haben würde.

Würde unser Gegenüber noch aggressiver reagieren und wir kämen in noch stärkere Gefahr? Steht unser potentielles Zuhauen in einem angemessenen Verhältnis zum auslösenden Ärgern?

Würde es unserem Gegenüber großen Schaden zufügen?

Je nachdem, wie dieser Abwägeprozess ausfällt, wird der Hauimpuls vom Gehirn mäßigend verändert. Wir schlagen doll zu, weniger doll, leicht oder gar nicht [vgl. Bauer, J., 2013].

Passend zum Thema: Dein Kind benimmt sich wie ein Arschloch und es ist deine Schuld

Kleinkinder müssen die verschiedenen Reflexe erst lernen

Die neuronalen Netzwerke des präfrontalen Cortex arbeiten jedoch noch nicht von Geburt an. Sie beginnen erst im dritten Lebensjahr langsam zu reifen, was erklärt, warum Kleinkinder noch sofort und ungehemmt zuhauen oder beißen, wenn ihnen etwas nicht passt.

Ihre Kontrollschleife arbeitet noch nicht. Erst ab dem dritten Lebensjahr fängt das Gehirn langsam an, die für den Abwägeprozess notwendigen Informationen zu speichern. Es muss zum Beispiel abgelegt werden, wie ein Mensch aussieht, der wütend ist.

Kann ein Kind die wütende Mimik und Gestik seines Gegenübers nicht entschlüsseln, würde es keine Notwendigkeit erkennen, mit seinem Verhalten aufzuhören. Auch natürliche Folgen von Verhalten müssen zunächst erlebt und abgespeichert werden: Haut ein Kind ein anderes, wird es wahrscheinlich sofort zurückgehauen.

Auch eine Katze wird vermutlich, wenn sie am Schwanz gezogen wird, dem Kind mit seinen Krallen ihren Unmut zeigen. Ein Erwachsener, der vom Kind gehauen wird, dreht sich vielleicht um und geht weg oder er schimpft laut.

► All diese Reaktionen würde das Gehirn des Kindes im Laufe der Zeit abspeichern.

 

Das Gehirn ist ein menschliches “Supertool”

Der präfrontale Cortex ist aber nicht nur dafür verantwortlich, ob wir jemanden hauen oder nicht. Mit seiner Hilfe können wir uns auch Ziele für die Zukunft setzen.

Handlungen im Kopf planen, bevor wir sie ausführen, uns konzentrieren, unsere Aufmerksamkeit willentlich steuern und dabei Störendes unterdrücken.

Uns beim Kuchenessen oder anderen Dingen zurücknehmen, damit wir nicht zu dick werden, uns aufraffen, wenn wir eigentlich k.o. sind und abhängen wollen und auch Rückschläge im Leben aushalten, ohne daran zu verzweifeln.

Kurz gesagt, unser Gehirn und besonders der präfrontale Cortex sind unser menschliches “Supertool”, ohne das wir ziemlich aufgeschmissen wären.

► Und hier an dieser Stelle ist der Punkt, an dem es möglicherweise schief laufen kann. An dem sich vielleicht entscheidet, ob ein Kind empathisch und sozial wird oder unempathisch und egoistisch.

Ob es seine Zukunft im Blick behält und auf seine Ziele beharrlich hinarbeitet oder darauf wartet, dass Mutti das schon macht. Dass diese Aufzählung nur sehr grundlegend ist und es selbstverständlich noch sehr viel mehr Gründe für anti-soziales Verhalten bei Kindern und Erwachsenen gibt, muss ich sicher nicht betonen. Ich gehe davon aus, dass euch das bewusst ist.

Das sind die Erziehungsfehler, die – möglicherweise – zu “Arschlochkindern” und “Tyrannen” führen:

1. Die Menschen um sie herum zeigen keine echten Gefühle

Wie ich oben schon andeutete, muss sich im Gehirn eines Kindes zunächst einmal abspeichern, welche Gefühle es überhaupt gibt.

► Welche Mimik und Gestik Menschen normalerweise zeigen, wenn sie diese Gefühle haben und auch, wie man als gegenüber adäquat auf diese Gefühle reagiert.

Ich arbeite mit verhaltensauffälligen Kindern – meine Schüler können oftmals nicht den emotionalen Zustand ihres Gegenübers bestimmen. 

Das heißt, sie merken nicht, wenn das, was sie tun, den anderen ärgert.

 Sie sind nicht in der Lage, das in seinem Gesicht oder an seiner Haltung abzulesen. Weil sie diese Signale nicht erkennen, machen sie oft solange weiter, bis der andere explodiert – erst das kommt bei ihnen an.

Das Explodieren erkennen sie als Signal, aber oft überrascht es sie, wenn es passiert. Wir müssen ihnen also in der Schule Schritt für Schritt antrainieren, die Mimik und Gestik von anderen Menschen zu entschlüsseln.

Zum Beispiel, dass zusammengezogene Augenbrauen meist Wut bedeuten, Tränen möglicherweise Trauer.

Normalerweise übernehmen diese Aufgabe die Eltern oder ErzieherInnen, wenn die Kinder noch sehr klein sind. Sie bringen ihnen bei, sich in ein anderes Kind einzufühlen, es zu verstehen und vielleicht mit seinen Augen zu sehen.

Kinder müssen lernen, mit Gefühlen umzugehen

An dieser Stelle kommt auch noch eine weitere wichtige Aufgabe der Erwachsenen hinzu: Die Kinder müssen erleben, wie man richtig auf traurige oder wütende Mitmenschen reagiert.

► Dass man jemanden, der traurig ist oder der sich weh getan hat, in den Arm nimmt, tröstet und ausweinen lässt.

Oder dass man einem wütendem Menschen einfach nur aufmerksam zuhört, ohne ungewollte Lösungsvorschläge zu machen. Ein Kind lernt, andere mitfühlend zu behandeln, wenn ihm selbst mitfühlend begegnet wurde in schmerzhaften, traurigen oder wütenden Situationen.

Die Eltern lernen ihren Kindern eine falsche Reaktion auf Gefühle

Die Eltern meiner Schüler haben das alles aber selbst als Kinder kaum erlebt, deshalb können sie dieses Wissen nicht an ihre Kinder weitergeben. Sie reagieren – ungewollt – lieblos, wenn ihre Kinder hinfallen und weinen und sagen dann: “Steh auf, und hör auf zu weinen. Es ist doch nichts passiert.”

► So eine Reaktion ist aber problematisch. Wenn eine alte Frau auf dem Gehweg stolpert und stürzt, gehen wir ja auch nicht an ihr vorbei und sagen: “Steh auf, so schlimm war es nicht.” Wir rennen zu ihr, helfen ihr auf und fragen, ob wir einen Krankenwagen rufen sollen.

Wir stützen sie und suchen einen Platz zum Sitzen. Wir bleiben so lange bei ihr, bis sie sagt, dass es ihr gut geht. Das alles sind normale Reaktionsweisen – wenn einem das als Kind vorgelebt wurde.

Das Verhalten der Eltern ist kontraproduktiv

Deshalb ist es so wichtig, als Erwachsene wirklich authentisch zu reagieren, wenn in uns Gefühle aufwallen. Es ist eher kontraproduktiv, wenn wir Großen, obwohl wir wütend sind, mit freundlicher Stimme “Das war nicht schön, Konstantin-Noah!” säuseln und vielleicht dabei noch ein gütliches Gesicht machen.

► Es ist kontraproduktiv, weil so das Gehirn des Kindes nicht korrekt abspeichern kann, welche Gefühle beim Gegenüber ausgelöst werden, wenn das Kind haut, freche Sachen sagt oder auch schöne Dinge tut.

Um Empathie zu entwickeln, und empathisch agieren zu können, ist eine korrekte Abspeicherung von Aktion-und-Reaktion aber dringend nötig.

Es ist wichtig, weil die Einschätzung von Gefahr sonst nicht richtig funktioniert. Im Gehirn wird ja in der Kontrollschleife in Sekundenschnelle abgewägt, ob ein Zurückhauen sinnvoll ist oder einem selbst oder dem anderen zu viel Schaden zufügen würde.

► Um die Gefahr einschätzen zu können, braucht das Gehirn verlässliche Vorinformationen. (Was nicht heißt, dass Erwachsene zurückhauen sollen, damit das Kind “es lernt”!)

Insgesamt gilt: Alle Gefühle, die ihr habt, solltet ihr mit reichem Repertoire mimisch und gestisch darstellen, um die Empathie-Entwicklung und die Arbeit des präfrontalen Cortex eurer Kinder zu unterstützen.

Unkontrollierte Wutausbrüche sind nicht authentisch

An dieser Stelle möchte ich allerdings warnend einwerfen, dass elterliches totales “Ausflippen” nicht wirklich authentisch ist. Das Wort wird meines Erachtens zu oft von Erwachsenen missbraucht, die ihre unkontrollierten Wutausbrüche rechtfertigen mit “Ich bin doch nur authentisch…”

Nein. Einfach nein.

► Ein unkontrolliertes Schreien, Brüllen oder Explodieren mag von euren Kindern ausgelöst worden sein. Doch der wahre Grund für diese extremen Gefühle sind sie nicht, deshalb sollten sie sie auch nicht abbekommen.

Es gibt Experten, die meinen, solch ein unkontrolliertes Explodieren sei eine getriggerte, zeitlich und örtlich verschobene Reaktion, die eigentlich in der eigenen Kindheit hätte stattfinden sollen, dort aber nicht ausgelebt werden konnte [vgl. Maaz, H-J., 2014].

Ob das so ausschließlich stimmt, darüber lässt sich trefflich streiten, doch ist es eigentlich auch unwichtig.

► Wichtig ist, im Hinterkopf zu behalten, dass Kinder keine Schuld an den Gefühlen der Eltern tragen. Unsere Gefühle liegen in unserer eigenen Verantwortung. Diese Verantwortung abzugeben und einem Kind zu übertragen, ist nicht sehr erwachsen.

Mehr zum ThemaEin Hirnforscher erklärt, was Kinder mehr als alles andere von ihren Eltern brauchen

2. Die Menschen um sie herum tun alles dafür, damit die Kinder keine Enttäuschung erleben müssen

Um im Leben bestehen zu können, müssen Kinder Resilienz entwickeln. Das heißt sie müssen lernen, kleinere Rückschläge auszuhalten und zu überwinden, um daraus hinterher gestärkt herauszugehen.

Die neuronalen Voraussetzungen für Resilienz sind im menschlichen Gehirn angelegt, aber auch sie müssen trainiert werden. Grundlage für die Resilienzentwicklung sind Selbstwirksamkeit und soziale Resonanz.

► Erlebt ein Kind von klein auf, dass es Dinge selbst bewirken und schaffen kann, wächst es über sich selbst hinaus und entwickelt echtes Selbstbewusstsein.

Bekommt es von den Bindungspersonen um es herum zurückgemeldet, dass auch diese daran glauben, dass es Dinge schaffen kann, potenziert sich die Wirkung.  

Dabei ist die innere Haltung der Erwachsenen sehr viel wichtiger als ihre Worte.

Es ist für das kindliche Gehirn viel eindrücklicher, wenn Eltern ängstlich das kletternde Kind festhalten, als ihre gesprochenen Worte: “Du schaffst das”.

► Im kindlichen Gehirn zurückbleiben würde dabei eher das mulmige Gefühl, das Klettern nur mit Hilfe meistern zu können. Es ist also wichtig, Kinder von Anfang an auch scheitern zu lassen.

Selbst Babys, die vor sich hin jammern, weil sie noch nicht vorwärts robben und an das Spielzeug kommen können, brauchen keine Hilfe, solange sie nicht wirklich weinen. Dieser Frust, den sie da verspüren, ist Antriebsfeder der inneren Motivation, über sich selbst hinauszuwachsen und Neues zu lernen.

Nehmen wir Großen ihnen das aus Übervorsorge ab, stutzen wir ihnen die Flügel, statt sie zu befähigen, das Hindernis zu überwinden.

Auch kleinere emotionale Rückschläge müssen Kinder aushalten lernen dürfen. Das ist für uns Eltern oft schwer zu ertragen. Zerbricht eine Banane beim Schälen und das Kleinkind flippt total aus und möchte, dass wir diese wieder ganz machen.

Dann ist man als Elternteil durchaus versucht, einfach schnell eine neue Banane hervorzuzaubern. Anstatt eine halbe Stunde mit ansehen zu müssen, wie untröstlich das eigene Kind darüber ist.

Auch wenn ein Spielzeug kaputt oder verloren geht, hört man Eltern oft vermeintlich tröstend sagen, dass sie ein Neues kaufen werden.

Ich kann das gut verstehen – tatsächlich habe ich es lange selbst so gemacht. Ich konnte einfach nicht aushalten, meine Kinder so traurig zu sehen.

Eltern müssen es aushalten, ihre Kinder traurig zu sehen

Wenn ein Lieblingshaarreif beim Spiel zerbrach, habe ich schnell einen neuen gekauft. Wenn das eine Fräulein zur Übernachtung bei einer Freundin eingeladen wurde, habe ich dem anderen Fräulein als Trostpflaster erlaubt, einen Film am Nachmittag zu schauen.

Ich weiß nicht, wie viele zerbrochene Bananen, Kekse und Würstchen ich gegen ganze ersetzt habe im Laufe der Jahre! Mittlerweile weiß ich allerdings, dass das nicht der richtige Weg war.

► Ich hätte sie besser trösten sollen und sie in ihrem Schmerz begleiten, als die Enttäuschung schnell wegzuschummeln. Denn so habe ich immer wieder die Fähigkeit ihres Gehirns geschwächt, Frustrationen auszuhalten.

Geschenke helfen nicht vor Enttäuschungen

Nehmen wir als Beispiel einen Vater, der beruflich sehr eingespannt ist und deshalb nicht zu einem vorher versprochenen Angelwochenende mit seinem Sohn fahren kann. Er schenkt ihm deshalb vielleicht zum Trost eine neue, teure Angel. Doch das hilft dem Kind nicht wirklich.

► Die teure Angel ist bestimmt schön, aber mit dieser Handlung suggeriert der Vater dem Gehirn des Sohnes, dass man Enttäuschung und Schmerz nicht aushalten, sondern sich davon ablenken muss.

Setzt sich der Vater dagegen am Abend hin und erklärt dem Sohn die Sache und hält es aus, dass dieser weint und mit ihm wütend ist, bietet seine Schulter zum Ausweinen an, dann gibt er echten Trost, der das Gehirn des Kindes stärkt.

► In zukünftigen enttäuschenden Situationen wird das Kind nicht zusammenbrechen, sondern die Enttäuschung meistern können, weil das Gehirn das schon einmal mithilfe einer Bezugsperson ausgehalten hat. Es weiß, dass es das kann.

Je öfter es das schon geschafft hat, desto besser lernt ein Kind, mit Enttäuschungen umzugehen. Das gemeinsame Aushalten der Enttäuschung und des Schmerzes lässt im Gehirn ein Feuerwerk an Glückshormonen ausschütten.

Der Sohn fühlt sich nach dem Weinen ziemlich geschafft, aber trotzdem irgendwie gut und zufrieden. Das soziale Miteinander, die mitfühlende Resonanz des Vaters hat das ausgelöst. Eine neue Angel ist dann völlig unnötig.

3. Die Menschen um sie herum bieten Ersatzbefriedigungen statt echtem Trost an

Eine geschenkte Angel als Trost befriedigt das faule Basissystem des Gehirns. Dieses mag schnelle Bedürfnisbefriedigung und es ist, wenn man es regelmäßig damit füttert, irgendwann stärker als der präfrontale Cortex.

Das Gehirn lernt dann, dass es den Schmerz beiseite schieben sollte (nicht aushalten, wie im ersten Fall) und sich auf schnelle Bedürfnisbefriedigung stürzen sollte, weil diese im Gehirn auch eine Art Belohnungshormon ausschütten lässt – daraufhin fühlt sich der Mensch für eine kurze Weile gut [vgl. Bauer, J., 2015].

Lernt das Kind also von seinen Eltern, sich bei Schmerz mit “schönen Dingen” abzulenken, erlernt das Gehirn keine Resilienz, sondern sich auf Ersatz zu stürzen: Essen, Trinken, Kaufen, Videospiele. Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen dem ersten Trost und dem zweiten.

Bei echtem Trost fühlt sich der Mensch wahrhaftig gut und erleichtert. Unechter Trost ist eine Ersatzbefriedigung. Es ist okay, wenn Eltern darauf ab und zu zurückgreifen – ich tue das –, aber ihnen sollte bewusst sein, dass es eben nur ein Lückenfüller ist. Einer, der sich schnell abnutzt.

Ersatzbefriedigungen lässt Kinder schneller aufgeben

Ablenkung mit Ersatzbefriedigungen ist insofern ein Problem, als dass daraus lebensuntüchtige Menschen entstehen. Solche, die schon an kleinen Rückschlägen zerbrechen oder Dinge gar nicht erst angehen, aus Angst, zu versagen.

Die Wirtschaft beschwert sich jetzt schon eine Weile, dass die Lehrlinge, die zu ihnen kommen, es nicht gewohnt sind, sich irgendwie “durchzubeißen”. Und mal, entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, den “Arsch zusammenzukneifen”, um eine Sache bis zum Ende zu führen.

Wie sollen sie das aber auch können, wenn ihr Gehirn dahingehend nie trainiert wurde? Wenn ihnen immer, wenn es schwierig oder traurig wurde, eine Ablenkung vom Schmerz oder eine Ersatzbefriedigung präsentiert wurde?

4. Die Menschen um sie herum trauen sich nicht, ihre eigenen Grenzen aufzuzeigen

Gerade wir Eltern, die es gern anders machen wollen, als unsere Eltern, merken manchmal nicht, dass wir unsere Kinder zu oft unsere eigenen Grenzen überschreiten lassen. Eine Leserin des Blogs schilderte mir einmal eine Situation mit ihrer Tochter, in der sie zu stark ihre eigenen Grenzen überschreiten ließ.

Die Mutter hatte einen gebrochenen Fuß und konnte trotz Gips sehr schlecht laufen. Ihre Tochter war 3,5 Jahre alt und konnte schlecht damit umgehen, ihre Mama so immobil zu erleben.

► Es machte ihr Angst. Aus dieser Angst heraus lies sie sich allerlei einfallen, um die Mutter zum Aufstehen zu bewegen. Sie brauchte plötzlich bei den einfachsten Dingen Hilfe.

Da der Mutter klar war, dass ihre Tochter so agierte, weil es sie ängstigte, dass sie die meiste Zeit schwach auf der Couch lag, hievte sie sich immer wieder hoch, um dem Kind zu helfen.

Mal holte sie ein Kleid aus dem Schrank, mal suchte sie die verschwundene Puppe des Kindes. Diese kurzen Zeiten, in denen die Mutter wieder ganz “die alte” war, schienen dem Kind gut zu tun, doch der Fuß der Mutter schmerzte hinterher so stark, dass sie eigentlich nur noch liegen wollte.

Irgendwann erbat sich das Mädchen Hilfe beim Toilettengang – etwas, das sie schon lange allein konnte. Die Mutter bat inständig darum, liegen bleiben zu können, weil ihr gebrochener Fuß so weh tat. Sie schlug sogar vor, die Tochter könne ihr altes Töpfchen vor das Sofa stellen, um die Gesellschaft der Mama dabei zu haben. Ein toller Kompromiss eigentlich.

Doch die Tochter bestand laut und vehement darauf, die Mutter auf der Toilette dabei zu haben. Sie würde sonst, drohte sie, in die Hose machen. Die Mutter gehorchte – und stand wieder auf, obwohl sie höllische Schmerzen hatte und den Fuß viel zu stark belastete.

Passend zum Thema: Was mit Kindern passiert, die nicht alleine schlafen lernen

Eltern müssen ihren Kindern Grenzen aufzeigen

Nun bin ich ganz vorn dabei bei denen, die sagen, es ist wichtig, Ängste der Kinder ernst zu nehmen und (fast) alles dafür zu tun, diese aufzufangen. Und doch es ist wichtig, Stopp zu sagen, wenn wir uns nicht wohl fühlen oder wir über unsere Belastungsgrenze gehen!

Jesper Juul hat das in seinem Buch “Leitwölfe sein” ausführlich beschrieben. Wenn wir Eltern keine authentischen Grenzen aufzeigen, wie sollen unsere Kinder lernen, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen?

► Die Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen, also die eigenen Wünsche und Impulse zurückzustellen und eine Verzögerung der Bedürfnisbefriedigung auszuhalten, wird durch den präfrontalen Cortex geregelt und steigt mit vermehrtem Training.

Neben den Eltern und anderen erwachsenen Bezugspersonen sind hier Kindergruppen wichtige Übungspartner. Denn Kinder zeigen anderen Kindern oft wunderbar klar und direkt die eigenen Grenzen auf.

Möchte ein Kind zum Beispiel gerade nicht umarmt und geküsst werden, stößt es normalerweise das umarmende Kind einfach weg. Natürlich ist das kein besonders gesellschaftlich akzeptierter Weg, seine Grenze klar zu machen, aber eine sehr direkter und eindrücklicher.

Eltern müssen auf ihre Ausdrucksweise aufpassen

 ► Erwachsene, die ihre Grenzen aufzeigen, müssen natürlich achtsamer vorgehen. Sie sollten dabei nicht die Integrität des Kindes verletzen.

Es ist ein Unterschied, ob man sagt: “Ich möchte jetzt nicht mit dir spielen. Ich bin ganz k.o. und möchte kurz in Ruhe meinen Kaffee zu Ende trinken. Danach komme ich zu dir. Bitte spiel bis dahin allein” oder “Boah, lass mich doch ein Mal in Ruhe meinen Kaffee austrinken, ey! Ich will jetzt nicht mit dir spielen. Ich bin total k.o., siehst du das nicht? Spiel jetzt mal allein, verdammt noch mal”.

In beiden Fällen hat das Elternteil zwar klar gemacht, dass er/sie müde ist und momentan nicht spielen will, doch die zweite Version ist verletzend.

Kinder reagieren auf dieser Art der gewaltvollen Kommunikation der Eltern oft mit provokativem Verhalten, während ein nicht-verletzendes Grenzen aufzeigen normalerweise kooperatives Verhalten nach sich zieht.

Die Mutter mit dem gebrochenen Fuß aus dem Beispiel oben hätte ihrer Tochter sagen können: “Es tut mir leid. Ich weiß, es macht dir Angst, mich hier so schwach liegen zu sehen. Ich kann dir heute nicht helfen. Mein Fuß braucht Ruhe und es ist mir wichtig, dass er schnell heilt. Ich kann dir bei einigen Dingen helfen, wenn du sie zu mir auf die Couch bringst, aber das ist heute wirklich das Äußerste, was ich schaffe”.

Möglicherweise wäre ihr Kind darüber wütend geworden. Möglicherweise hätte sie sogar wirklich in die Hose gemacht. Aber sie hätte gelernt, dass ihre Mutter Grenzen hat und sie sich nicht verbiegen wird, egal wie viel Erpressung das Kind anwendet.

 

5. Die Menschen um sie herum verhalten sich unberechenbar

 Als ich im Kindergraten war, hatte ich eine beste Freundin. Anja hieß sie und war genau einen Tag jünger als ich. Sie lebte im Nachbarhaus in der neunten Etage und ich liebte sie sehr.

Was mich jedoch belastete, war der Terror, der von ihren Eltern ausging. Man konnte nie wissen, wie sie reagieren würden.

Mal waren sie super nett und überhäuften uns mit Süßigkeiten und ließen uns stundenlang unbeaufsichtigt fernsehen. Oft jedoch, meist aus heiterem Himmel, wurden sie wütend und schmissen mich raus. Nie wusste ich, was wir falsch gemacht hatten. Ein falsches Wort, ein falscher Blick, ein unbedarftes Kichern an der falschen Stelle und schon suchte man besser das Weite.

Jeden Tag klingelte ich bei Anja, um sie nach unten in den Hof zum Spielen zu bitten. Wir hatten lange zuvor beschlossen, dass das einfacher war, als bei ihr zu Hause. Sie summte mir freudig die Tür auf, wir freuten uns beide darauf, gleich miteinander raus gehen zu können. Doch davor stand noch – jeden Tag aufs Neue – die größte aller Geduldsproben.

Es musste alles glatt gehen in den fünf Minuten zwischen meinem Klingeln und dem Moment, in dem der Fahrstuhl bei ihr oben ankam. Machte sie die Wohnungstür auf und strahlte, war das ein guter Tag. Wir durften gemeinsam nach unten fahren.

Weitaus öfter aber hatte sie in diesen fünf Minuten irgendetwas gesagt oder getan oder nicht gesagt oder nicht getan, das ihren Vater von jetzt auf gleich ausflippen ließ. Dann öffnete sie mir tränenüberströmt die Tür und schüttelte nur schluchzend den Kopf.

Mein Herz sank jedes Mal in die Hose und ich schlüpfte schnell wieder in den Fahrstuhl. Allein.

Unkontrollierte Reaktionen der Eltern belasten Kinder

Der Terror der Willkür machte es mir jeden Tag schwerer, den Klingelknopf zu drücken und doch tat ich es viele Male. Es gab ja auch gute Phasen. Und wie gesagt, wir waren ein Herz und eine Seele, wir zwei blonden, kichernden Fünfjährigen – ich wollte sie nicht allein in ihrer Hölle lassen.

Irgendwann zog ihre Familie weg, wir verloren uns aus den Augen. Ich kann mich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern, nicht mehr an ihre Stimme. Aber den Terror im Herzen, den spüre ich noch immer tief in mir, wenn ich an ihrem Haus vorbei gehe und hoch in den neunte Etage schaue.

Ich frage mich – wenn mich das schon so belastet hat damals, wie muss es Anja ergangen sein?

Klare Strukturen geben den Kindern Verhaltenssicherheit

In meinem Artikel über den Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen schrieb ich, dass Menschen ein Grundbedürfnis nach Struktur und Ordnung in ihrem Leben haben. Können sie über einen längeren Zeitraum nicht voraussehen, wie ihr Tag ablaufen wird, geraten sie in Stress und erkranken.

► Das gleiche gilt für das Verhalten von Eltern: Es muss eine Struktur aufweisen, die für ein Kind entschlüsselbar ist, so dass es weiß, woran es ist. Kinder brauchen Erwachsene, die sich berechenbar verhalten, denn an dieser klaren Struktur orientieren sie sich. Sie gibt ihnen selbst Verhaltenssicherheit.

Anjas Eltern verhielten sich aber nicht berechenbar. Wie ich schon schrieb: Wir wussten nie, was ihren Vater oder ihre Mutter austicken ließ. Nicht einmal hinterher konnten wir erkennen, was wir nun wieder falsch gemacht hatten. Im Prinzip versuchten wir, in ihrer Gegenwart möglichst unsichtbar zu sein, unter ihrem Radar zu bleiben, doch oft genug schafften wir es nicht.

 

Eltern sind an dem Verhalten der Kinder schuld

Ich weiß nicht, ob aus Anja eine “Tyrannin” oder eine “Arschloch-Frau” geworden ist – sie ist aus meinem Leben verschwunden, als ich sieben Jahre alt wurde.

► Doch ich sehe die Schüler an meiner Schule, die von der Gesellschaft den Stempel “verhaltensauffällig” aufgedrückt bekommen haben und weiß, dass viele von ihnen ebenso unberechenbare Erwachsene in ihrem Leben haben.

Das macht es für den präfrontalen Cortex meiner Schüler unglaublich schwierig, valide Regeln für zwischenmenschliches Verhalten abzuspeichern. Wenn sie als Kleinkinder nach ihren Eltern hauten, dann konnte es sein, dass diese hart zurück hauten, es ignorierten oder aber sogar lachten, weil sie es cool fanden, wie stark ihr kleiner Racker schon ist. Welche dieser Reaktionsmuster sollte das Gehirn nun als “richtig” einstufen?

Wenn es wirklich so gar keine Anhaltspunkte dafür gibt, wie sich die eigenen Eltern im nächsten Augenblick verhalten werden, dann kann ein Kind nicht gesund aufwachsen – es wird die Regeln für ein “normales”, gesellschaftlich und gewünschtes Miteinander nicht verinnerlichen, sondern ebenso unberechenbar reagieren und damit in Kita und Schule anecken.

Es braucht dann andere, verlässliche Bindungspersonen wie LehrerInnen, ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen und auch gleichaltrige Freunde, um den “normalen” Umgang mit Mitmenschen zu erlernen.

Verhaltet euch authentisch

Weil ich weiß, dass ihr euch meine Texte immer sehr zu Herzen nehmt, hier noch ein Hinweis: Ich meine euch ausdrücklich nicht, liebe LeserInnen. Ganz sicher gibt es bei euch auch Situationen, in denen ihr nach Tagesform mal so und mal so reagiert. Das ist normal.

Das ist bei mir auch so. Das ist nicht die Unberechenbarkeit, die ich meine. Denn es ist für eure Kinder zu 95 Prozent klar, warum ihr reagiert, wie ihr reagiert.

Wenn ihr noch müde seid, reagiert ihr knurriger, als in wachem Zustand. Hattet ihr auf der Arbeit Stress, kann es sein, dass ihr am Abend nicht mehr zu Scherzen aufgelegt seid.

► Das fällt unter Authentizität – eure Kinder lernen euch dadurch kennen. Ganz sicher begründet ihr euren Kinder auch immer wieder, warum ihr jetzt so reagiert. Bestimmt sagt ihr sowas wie: “Uff, ich bin ganz geschafft vom Tag und kann euer Herumgealbere jetzt ganz schlecht aushalten. Ich ziehe mich jetzt mal ein bisschen zurück, ja?”

Wen ich meine, sind wirklich krankhaft unberechenbare Eltern – und die lesen hier nicht im Blog, weil ihnen nicht im Traum einfallen würde, dass das, was sie tun, ihren Kindern schaden könnte. Also bitte, bezieht Abschnitt 5 nicht auf euch, ok?

 

6. Die Menschen um sie herum übergehen das Nein der Kinder einfach

In den Medien konnte man in letzter Zeit vermehrt von Übergriffen sexueller Art lesen, bei denen das “Nein!” einer Frau von einem oder auch mehrere Männern nicht als “Nein” akzeptiert wurde.

In Stanford verging sich der Student Brock Turner an der Schwester einer Kommilitonin. Sie hatte auf einer Party zu viel getrunken und war bewusstlos. Das TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink wurde von zwei Männern vergewaltigt und dabei gefilmt – ganz klar ist von ihr immer wieder “Hör auf!” zu hören, auch.

Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, wie diese Vergewaltigungen rechtlich belangt wurden – dazu wurde schon viel geschrieben. Ich möchte eher beleuchten, wie es sein kann, dass ein Junge wie Brock Turner auf die Idee kommen kann, es wäre irgendwie okay, sich an einem anderen Menschen zu vergehen.

Kinder lernen, was ihnen vorgelebt wird

Haben ihm seine Eltern nicht beigebracht, dass Nein Nein heißt? Ich kenne die Familie nicht persönlich, aber Brock erscheint mir so normal, wie ein Junge von Nebenan.

Ich gehe davon aus, dass seine Eltern ihn “gut erzogen” haben und alles in ihrer Macht stehende getan haben, um ihm Respekt vor Frauen beizubringen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass weder sein Vater, noch seine Mutter jemals zu ihm gesagt haben, es sei ok, sich über das Nein einer Frau hinwegzusetzen und sie zu vergewaltigen.

Wie konnte es also dazu kommen? Was muss in der Erziehung schief laufen, damit aus einem Jungen von Nebenan ein Sexualstraftäter wird?

Die Antwort darauf ist so einfach, wie schockierend. Unsere Kinder lernen vornehmlich das, was ihnen vorgelebt wird und weniger das, was ihnen gesagt wird. Wenn ihr euch umschaut, dann werdet ihr vielleicht dort drüben auf der Bank eine Mutter sehen, die ihr Baby mit Brei füttern möchte.

► Das Baby dreht seinen Kopf weg und lässt seinen Mund zu. Es sagt eindeutig nonverbal Nein. Trotzdem schummelt die Mutter Löffelchen für Löffelchen in seinen Mund – wenn es gähnt, wenn es lacht, oder wenn es abgelenkt den Autos hinterher schaut – weil sie meint, das Baby müsse noch mehr essen.

Ein Nein von Kindern heißt Nein

Wenn ihr in die andere Richtung schaut, dann seht ihr vielleicht den Vater mit seinem Zweijährigen, der sich laut brüllend auf den Gehweg geworfen hat und lautstark “Nein!” zum Weitergehen sagt. Der Vater nimmt den strampelnden Knirps hoch und klemmt ihn sich vorsichtig unter den Arm – er geht weiter, als würde er den Protest seines Sohnes nicht hören.

Auf der Straßenseite gegenüber seht ihr vielleicht die kleine Einjährige im Buggy, die sich immer wieder den Sonnenhut vom Kopf reißt und ihre Oma, die irgendwann genervt eine doppelte Schleife ins Hutbändchen macht, damit ihre Enkelin ihr “Nein” nicht mehr durchsetzen kann…

Ich denke, 100 Prozent der Eltern stimmen zu, wenn man sie fragt, ob das “Nein” einer Frau beim Sex wirklich “Nein” heißen sollte. Wir alle wollen unsere Kinder in diesem Sinne erziehen, niemand von uns wünscht sich, dass sein Sohn einmal eine Frau gegen ihren Willen berührt. Aber wie viele Eltern bringen ihren Kindern unbewusst genau das Gegenteil bei? 

Denn was lernt denn ein Kind, das Nein sagt und trotzdem tun muss, was die Eltern sagen? 

Das Kind lernt, dass der Stärkere entscheidet, wann ein Nein wirklich Nein bedeutet.

Das “Ich meine es doch nur gut mit dir!” der Eltern ist nicht so weit entfernt vom “Du willst es doch auch!” des Vergewaltigers, wie wir das gerne hätten. Ich habe einmal, als meine Töchter noch klein waren, einer von ihnen gegen ihren Willen die Zähne geputzt.

Ich war wirklich der Überzeugung, es müsse sein, es wäre zu ihrem eigenen Besten. Doch sie wehrte sich, als ginge es um ihr Leben.

Sie schrie und strampelte, ich musste sie mit aller Kraft festhalten. Es fühlte sich an, als würde ich sie vergewaltigen! Als ich das merkte, ließ ich sie sofort los und schwor mir, sie nie, nie wieder so übergriffig zu behandeln. Dieser schreckliche Moment hallte noch lange in mir nach.

► Ich realisierte, dass sie nicht lernen kann, dass ihr “Nein” etwas wert ist, wenn nicht einmal ihre engste, liebste Person auf der Welt darauf hört. Wie sollen unsere Kinder das Selbstbewusstsein entwickeln, Fremden ihre Grenzen aufzuzeigen, wenn wir Eltern sie dazu zwingen, diese immer wieder überschreiten zu lassen?

► Wie sollen unsere Söhne lernen, nicht ihre Stärke auszunutzen und über ein Nein hinwegzugehen, wenn wir sie, wenn sie klein und schwach sind, zum Beispiel gegen ihren Willen hochheben und wegtragen?

Das könnte euch auch interessierenIhr fragt euch, warum sich eure Kinder beim Essen nicht benehmen? Hier ist die Antwort

Es gibt aber auch Situationen, in denen Eltern über das Nein der Kinder hinweghören müssen

An dieser Stelle kommt meist das Gegenargument, dass es ja aber gar nicht geht, dass Eltern immer auf das Nein ihrer Kinder hören.

Oft wird das Beispiel der Mutter hervorgekramt, die mit ihrer nackten Einjährigen im Fahrradsitz bei elf Grad durch München fuhr und dem sie anhaltenden Polizisten erklärte, die Kleine habe das so gewollt.

Ja – das Verhalten dieser Mutter ist durch nichts zu entschuldigen. Es war fahrlässig. Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen wir Eltern auch über die Neins unserer Kinder hinweggehen müssen.

Wirft sich der oben beschriebene Zweijährige nicht auf dem Gehweg hin, sondern mitten auf der Straße, ist es überhaupt keine Frage, dass der Vater ihn zur Sicherheit hochheben und wegtragen muss.

► Wir Eltern müssen und dürfen “beschützende Macht” über unsere Kinder ausüben. Notfalls auch mittels körperlicher Überlegenheit. Aber wie oft kommen solche Situationen vor?

Erwachsene müssen mit ihrer Macht und Kraft bewusst umgehen

Sehr viel öfter übergehen Eltern im Alltag die Grenzen ihrer Kinder aus Unbedachtheit, Zeitnot oder Faulheit. Und hierfür möchte ich euch einfach sensibilisieren: Dass Nein wirklich Nein bedeutet, lernen unsere Kinder sehr viel früher und sehr viel eindrücklicher, als das vielen Menschen bewusst ist.

► Wenn wir über ihr Nein immer wieder ohne besondere Not hinweggehen, kann es sein, dass sich diese Message in ihrem Kopf festbeißt.

Das bedeutet aber nicht, dass sie deshalb zwangsläufig zu potentiellen Vergewaltigern werden. Wäre die Erklärung so einfach, könnten wir schon längst die schlimmsten Verbrechen der Welt verhindern….

Aber es bedeutet, dass wir Erwachsene mit unserer Macht und unserer Kraft bewusst umgehen sollten. Dass wir auch im Alltag und unter Zeitnot gründlich überlegen sollten, ob es okay ist, dem Kind einen Pullover unter dessen Protest anzuziehen, oder ob es vielleicht möglich ist, den Pullover einfach mitzunehmen und dann anzuziehen, wenn das Kind von selbst gemerkt hat, dass ihm kalt ist.

Das wird nicht immer klappen, das weiß ich – oft genug muss ich selber über die Neins meiner Kinder hinweggehen, weil es gerade nicht anders geht. Und doch achte ich darauf, dass es für jedes Nein meiner Kinder, das ich nicht einhalten kann, viele Neins gibt, die ich akzeptiere und wahre.

7. Dem Kind passieren Dinge, die außerhalb der “Erziehung” der Eltern liegen

Ich hatte oben sechs Erziehungsfehler, die das Heranwachsen von “Arschlochkindern” oder “Tyrannen” vielleicht begünstigen, angekündigt –und nun steht hier ein siebenter Punkt. Er liegt jedoch außerhalb der Einflussnahme der Eltern, deshalb habe ich ihn nicht dazu gezählt.

Das Ding ist nämlich: Manchmal machen Eltern und Erzieherinnen objektiv gesehen alles richtig und trotzdem entwickeln sich ihre Kinder in eine Richtung, die für alle unangenehm ist.

► Es gibt leider eine ganze Reihe möglicher (extremer) Erlebnisse, die ein Kind dahingehend prägen können. Sei es das Erleben von Krieg oder anderer traumatischer Erfahrungen, die den Kindern den Zugang zu ihren Gefühlen unmöglich machen, weil sonst die Gefahr eine Retraumatisierung besteht – es gibt Dinge, die können Eltern nicht verhindern.

Manchmal wissen sie nicht einmal davon. Dann strampeln sie sich ab, um ihr Kind in eine gesellschaftlich bessere Richtung zu lenken und scheitern manchmal trotzdem.

Jedes Verhalten eines Kindes ergibt einen Sinn

Das bedeutet nicht, dass traumatisierte Kinder “Arschlochkinder” oder “Tyrannen” sind. Es gibt meines Erachtens überhaupt keine “Arschlochkinder”. Was wir von Außen sehen, ist ja immer nur ein winziger Teil ihres Verhaltensrepertoires.

Das, was wir in der halben Stunde auf dem Spielplatz von dem Kind erleben, repräsentiert ja nicht seinen gesamten Charakter, wie Alu in ihrem Text “Gestatten, ich bin die Mutter eines Arschlochkindes, sagst Du” ganz wunderbar beschreibt.

 

Jedes Verhalten von Kindern ist sinnvoll – ihr wisst, dass ich das immer wieder schreibe. Wenn es destruktives, anti-soziales oder aggressives Verhalten ist, dann hat das einen Grund. Einen, den man oft genug entschlüsseln kann.

Fazit

Die Lehre, die ihr aus diesem Artikel ziehen solltet, ist, dass ihr gute Eltern seid. Eure Kinder werden weder “Tyrannen” noch “Arschlöcher” – auch, wenn sie sich vielleicht dann und wann unmöglich benehmen.

► Egal, wie ihr erzieht – aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie zu freundlichen, zuvorkommenden Erwachsenen heranwachsen.

Selbst meine krassesten Schüler sind im Laufe der Zeit verträglicher geworden. Natürlich auch, weil wir ihnen in der Schule ein paar Grundbausteine mitgegeben haben.

Wenn sie mich besuchen kommen, sehe ich riesige, meist wunderschön tätowierte Hünen, die mir mit Leuchten in den Augen ihre kleinen Töchter in pinken Kleidchen präsentieren oder stolz erzählen, dass sie eine ehrliche Arbeit als Putzmann bei der deutschen Bahn bekommen haben.

Keiner meiner ehemaligen Schüler ist bisher im Gefängnis gelandet, obwohl ihr Start ins Leben alles andere als rosig aussah. Ich denke, dieser Fakt kann uns Eltern aufatmen lassen.

Klar, es gibt Fallstricke in der Erziehung (und außerhalb), die es Kindern schwerer machen, in der Gesellschaft nicht anzuecken.

Kinder müssen lernen, sich in andere hineinzuversetzen, sie brauchen Empathie, Liebe, Fürsorge, echten Trost. Sie müssen ab und zu auf die authentische Grenze eines anderen stoßen und dann dazu angehalten werden, diese einzuhalten. Und das ist eigentlich schon das ganze Geheimnis guter Erziehung.

Der Blog erschien ursprünglich auf Gewünschtestes Wunschkind.

Das Buch “Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen” von den Bloggerinnen Danielle Graf und Katja Seide könnt ihr im Handel erwerben. Zum Beispiel bei Amazon:

www.huffingtonpost.de/entry/7-erziehungsfehler-die-zu-tyrannen-und-arschlochkindern-fuhren_de_5a7acc80e4b0d0ef3c0aee44

Closing Walk-In Centres Could Heap Even More Pressure On A&E Units, NHS Data Reveals

Closing Walk-In Centres Could Heap Even More Pressure On A&E Units, NHS Data Reveals

The continued closure of walk-in centres could increase pressure on A&E departments already in the midst of a winter crisis, internal NHS data has revealed.

This is despite public claims from NHS trusts that closing walk-in centres will have a “minimal effect” on emergency wards.

A freedom of information request (FOI) seen by HuffPost UK has revealed the results of an investigation by the Pennine Care NHS Foundation Trust, which serves the Greater Manchester area, into the potential fallout of closing a centre in Bury. 

The trust found that between March 2013 and March 2016, 22% of the almost 99,000 patients who attended the centre in that time would have gone to A&E if the walk-in centre didn’t exist – even though just 0.04% had a medical problem that warranted doing so.

That would mean a potential 7,406 extra people every year seeking emergency treatment at A&E when it was only necessary in three cases.

The trust’s own estimate was that by diverting people away from A&E, the walk-in centre had saved them £938,432 in just one financial year.

Pennine Care NHS Foundation Trust told HuffPost UK: “We don’t have any plans to close our walk-in centres. There is currently a public consultation on the future of urgent care centres in Bury, which is led by the CCG [Clinical Commissioning Group].”

According to the campaigning group 38 Degrees, 95 of 238 walk-in centres in England have shut since 2010 – 40% of the total. It is unclear how many centres are currently in consultation to be closed, but 39 Degrees says in the last six months 70 units have been shut or downgraded. According to the most recent government figures, attendance at these centres has been growing.

“The government should call a halt to walk-in centre closures,” Labour MP James Frith, who submitted the FOI request, told HuffPost. “I do not think the government’s statement that closing walk-in centres won’t increase pressure on A&E departments is based remotely on reality or the will of patients.”

The government should call a halt to walk-in centre closuresLabour MP James Frith

Local NHS trusts criticised over their decisions to close these centres have claimed it will have a “minimal impact” on other services, including A&E departments. 

“The NHS winter crisis is no accident, we’re seeing short-term political calculations compromising patient care up and down the country,” said Holly Maltby, a campaigner at 38 Degrees.

In Lewisham, south east London, the NHS trust is failing to meet waiting time targets in A&E, missing the standard by 10%, according to the latest trust review. Despite this, the Lewisham Clinical Commissioning Group (CCG) will close a walk-in centre in New Cross, south London, at the end of March. “Analysis has assured us this decision will have a minimal impact on local A&Es,” stated the trust in response to public criticism.

Our analysis has assured us that this decision will have a minimal impact on local A&Es. Our acute trust @LG_NHS are assured that this is the case too. We will monitor this following the closure of the Walk-in at the end of March

— NHSLewishamCCG (@NHSLewishamCCG) January 12, 2018

A report from NHS regulator, Monitor, states CCGs – the clinically-led bodies responsible for planning NHS services in local areas – are closing walk-in centres because they have not produced a dip in attendance at hospitals. 

“One commonly-cited reason for closures is that the centres have not reduced A&E attendances,” said the report. It states that trusts believe they need to close centres because they are “paying twice” for a “duplication in services”.

But patients like Emma Dent, 42, from Ramsbottom, Bury, told HuffPost UK that she, like other patients in the Bury FOI data, would also seek alternative treatment at A&E if she did not have access to walk-in centres.

“I genuinely do not understand how CCGs think that walk-in centres being closed does not impact on A&E attendances,” Dent said. “If patients cannot get a GP appointment or do not have a GP, where else are they supposed to go?   

Dent has previously used several walk-in centres around the UK for a variety of ailments, including a foot injury on Boxing Day, a mastitis infection and most recently for her daughter who had an ear infection.

 number of people using individual walk-in centres in England ranges from around 12,000 [for the smallest centres] to 60,000 [for the largest centres] every year, meaning the centre in Bury would fall in the mid-range. The closure of larger centres could then mean double the number of patients going to local A&E units. 

The closures also have the potential to adversely affect some demographics of patients more than others. The Monitor report says: “Evidence we collected suggests that walk-in centre closures, or possibly relocations/reconfigurations, can risk increasing health inequality if suitable alternatives are not put in place.”

National Inclusion Health Board.

It can risk increasing health inequality if suitable alternatives are not put in place…”Walk-in Centre Review: Final report and recommendations

Speaking about the impact on general practitioners, Professor Helen Stokes-Lampard, chair of the Royal College Of GPs, told HuffPost it was essential that decisions were made for the benefit of service users and not just because of targets.

“General practice is facing intense resource and workforce pressures, and our patients are already waiting longer and longer for appointments, so it’s important that we do continue to explore and invest in new models of service provision that work for our patients, GPs and our teams, and the wider NHS,” she said.

www.huffingtonpost.co.uk/entry/closure-of-walk-in-centres-will-put-pressure-on-ae-units-despite-claims-they-wont-be-affected_uk_5a6740a4e4b002283006a454

지구 최강 로켓 ‘팰컨 헤비’ 날아올랐다

지구 최강 로켓 ‘팰컨 헤비’ 날아올랐다
이륙하는 팰컨 헤비. 기상조건으로 인해 예정시간보다 2시간 15분 늦게 날아올랐다.

2002년 우주개발업체 스페이스엑스(SpaceX)를 설립한 일론 머스크의 궁극적인 목표는 인류를 다행성 종족으로 만드는 것이다. 지구 아닌 다른 행성에서도 인류가 살 수 있도록 하는 게 그의 꿈이다. 그러자면 먼저 인류와 화물을 다른 행성으로 보내야 한다. 스페이스엑스가 그 임무를 수행할 수도 있는 지구 최강의 로켓 팰컨 헤비(Falcon Heavy)를 시험발사하는 데 성공했다. 팰컨 헤비는 1969년 아폴로 우주선을 달에 보냈던 새턴5 이후 반세기만에 가장 강력한 로켓이다.

발사 대기중인 팰컨 헤비

팰컨 헤비는 애초 예정시간보다 2시간15분 늦은 2월6일 오후 3시45분(미 동부시간, 한국시간 2월7일 오전 5시45분) 미 플로리다주 케이프 커내버럴 공군기지 케네디우주센터 39A 발사대에서 굉음을 내며 하늘로 날아올랐다. 2011년 심우주 탐험용 로켓 `팰컨 헤비′ 개발을 선언한 지 7년만이다. 이날 팰컨 헤비가 이륙한 발사대는 1969~1972년 아폴로 우주선들을 쏘아올렸던 곳이기도 하다. 기지 주변에는 역사적인 장면을 구경하기 위해 50만명 가까운 인파가 몰려들었다고 외신들은 전했다.

이륙 8분 뒤 지상으로 동시에 귀환하는 보조로켓 2기

지상관제소 ‘라이프 온 마스’ 노래로 자축

높이 70m 크기의 팰컨 헤비는 지금까지 쓰던 팰컨9 로켓 3기를 나란히 일렬로 세운 형태다. 가운데에 있는 코어로켓은 새로 만들었지만, 양 옆의 2개는 이전에 쓴 것을 재활용했다. 스페이스엑스는 그동안 23차례 로켓을 회수하고, 이 가운데 6기를 수리·정비를 거쳐 다시 쏘아올린 경험이 있다. 이날도 스페이스엑스는 3기의 로켓 가운데 2기를 회수했다. 양 옆의 로켓 2기는 이륙 2분30초 뒤 분리돼 지상으로의 귀환을 시작했다. 지상 관제소는 이륙 3분뒤 “분리 성공”을 공식 발표했다. 동시에 관제소 내에서는 발사 성공을 자축하는 데이비드 보위의 노래 ‘라이프 온 마스’(Life on Mars?)가 울러펴졌다. 두 로켓은 이륙 8분 후 커내버럴기지 랜딩존 1과 2에 동시에 착륙했다. 다만 해상 바지선으로 귀환하게 돼 있던 코어로켓은 바다에 추락했다.

팰컨 헤비에 장착된 27개의 엔진

“모든 우주 임무 수행 가능한 로켓”

팰컨 헤비의 가장 큰 강점은 강력한 힘이다. 그 힘은 3기의 로켓에 장착된 총 27개의 엔진에서 나온다. 이 엔진들이 로켓을 하늘로 밀어올리는 추력은 무려 2267톤(500만파운드)에 이른다. 이는 경쟁업체인 보잉과 록히드마틴의 합작사 연합발사동맹(ULA)에서 가장 큰 로켓 ‘델타4 헤비’(213만파운드)보다 2배 이상 강력한 힘이다. 보잉747기 18대가 동시에 이륙하는 힘과 맞먹는다고 한다.

이에 따라 탑재중량에서도 팰컨 헤비가 월등히 앞선다. 최대 64톤(14만1천파운드)의 물체까지 고도 수백km의 지구 저궤도(LEO)에 올려놓을 수 있다. 64톤은 승객과 승무원, 화물과 연료를 가득 실은 보잉 737 제트기의 무게와 같다. 델타4 헤비의 5만파운드(22.7톤)와 비교하면 거의 3배에 이른다. 무게가 26.7톤(5만8800파운드) 이내라면 고도 3만5800km의 정지궤도(GTO)까지, 16.7톤(3만7천파운드) 안쪽의 물체라면 화성까지, 3.6톤(8000파운드) 이내라면 명왕성까지도 보낼 수 있다. 필 라슨 스페이스엑스 대변인(전 백악관 대변인)은 ”팰컨9이 대부분의 우주 임무를 수행할 수 있다면, 팰컨 헤비는 모든 우주 임무를 수행할 수 있다”는 말로 팰컨 헤비의 성능을 설명한다.

팰컨 헤비에 실린 테슬라 전기차 로드스터의 모형과 마네킨 우주인팰컨 헤비에 실린 테슬라 전기차 로드스터. 대시보드에 “당황하지 마라”는 문구가 보인다. 운전대를 잡고 있는 건 마네킨이다

이날 발사된 팰컨 헤비에는 테슬라의 빨간색 전기차 로드스터가 실려 있다. 운전석에는 스페이스엑스가 개발한 우주복을 입은 마네킨 ‘스타맨‘(Starman)을 앉혔다. 조수석 앞의 대시보드에는 더글러스 애덤스의 책 `은하수를 여행하는 히치하이커를 위한 안내서’ 첫 머리에 나오는 경고문 “당황하지 마라”(Do not Panic)는 문구를 새긴 명판을 붙였다. 계획대로라면 2단계 추진체 안에 탑재된 로드스터와 마네킹 우주인은 최대 초속 11km로 지구로부터 4억km 떨어진 우주 공간까지 날아가 태양 궤도를 돌며 주기적으로 화성과 조우할 예정이다.

로켓 재활용 기술로 경제성 높여…“게임 끝”

팰컨 헤비의 또 하나 강점은 다른 로켓업체들보다 발사 비용이 적게 든다는 점이다. 경쟁업체의 델타4 헤비 로켓은 1회당 발사 비용이 평균 3억5천만달러에 이른다. 반면 팰컨 헤비의 발사 비용은 9천만달러부터 시작한다. 기존 팰컨9 로켓을 재활용하는 방식을 적용한 점이 비용 절감에 크게 기여했다. 이번에 발사한 팰컨 헤비에도 2기의 재활용 로켓이 포함돼 있다.

애초 성공 확률을 반반으로 보았던 머스크는 발사에 앞서 “우리가 성공한다면, 다른 중량로켓 업체들에는 `게임 끝’이 될 것”이라며 “이것은 한 항공사만이 재사용할 수 있는 항공기를 갖고 있고 다른 모든 항공사들은 일회용 항공기를 보유한 것과 같다”고 말했다고 영국 일간 <가디언>은 전했다.

미 항공우주국(나사)도 보잉을 통해 차세대 로켓 ‘우주발사시스템‘(SLS)을 개발중이다. 이 로켓은 팰컨 헤비보다 훨씬 강력하다. 지구 저궤도까지 보낼 수 있는 탑재 중량이 127톤(28만파운드)으로 팰컨 헤비의 2배다. 아폴로우주선을 달에 보냈던 새턴5 로켓과 비슷한 힘이다. 그러나 경제성만 놓고 보면 스페이스엑스가 탁월하다. SLS의 발사비용은 10억달러에 이르는 반면 팰컨 헤비는 10분의1도 되지 않는 9천만달러부터 시작한다. 더구나 SLS는 개발 일정이 계속 늦춰지고 있다. 애초 첫 발사 목표 시기는 2017년이었으나 현재 2020년 이전에는 발사가 불가능한 것으로 알려져 있다. 이날 발사 성공으로 로켓 분야에선 당분간 ‘팰컨 헤비 천하’ 시대가 이어질 것으로 보인다. 

스페이스엑스는 이미 4건의 발사 계약을 맺은 상태다. 올해 안에 사우디아라비아의 통신위성 아랍샛과 미 공군의 STP-2 위성군을 발사할 예정이다. STP-2 위성군에는 칼 세이건이 창립하고 빌 나이가 이끌고 있는 행성협회(The Planetary Society)의 우주돛단배 ‘라이트세일2’(Lightsail 2) 등이 포함돼 있다.

머스크는 2018년 중 우주여행객 2명을 싣고 달 궤도 여행을 다녀오는 프로젝트를 시도하겠다고 밝힌 바 있다. 이 프로젝트에 쓰이는 로켓도 팰컨 헤비다. 머스크는 2020년대 중반에 로켓 일체형 대형 우주선 ‘BFR’으로 화성 유인 착륙을 시도한다는 구상이다. 머스크는 이날 시험발사 후 기자회견에서 “BFR 개발에 자신감을 갖게 됐다”고 말했다.

스페이스엑스는 지난해 12월29일 발사대에 팰컨 헤비를 세운 뒤, 1월24일 12초 동안 고정 연소 시험(static fire, 로켓을 발사대에 고정해두고 엔진만 가동하는 실험)을 성공리에 마치는 등 한달여간 발사 준비 작업을 해왔다. 스페이스엑스는 팰컨 헤비 개발에 들어간 총비용이 5억달러를 넘는 것으로 추정했다.

www.huffingtonpost.kr/entry/story_kr_5a7aa02be4b06505b4e94d3e

Billy Porter’s empowering new video calls for resistance in Trump era

Billy Porter’s empowering new video calls for resistance in Trump era

Tony and Grammy Award-winning performer Billy Porter has released a bold new video for “I’m Gonna Wash That Man Right Outta My Hair,” featuring images of empowerment and resistance amid a hostile political climate threatening to roll back progress.

Change is possible during such difficult times, a message the Broadway star stresses, closing the video with calls to resist and vote.

In interwoven footage, Porter speaks about the progress on the bumpy road to equality and acceptance — having faced challenges growing up poor, black, and gay in Pittsburgh, to later marrying his now-husband Adam Smith – arriving at a sudden halt with Trump’s election. Among the footage included is Porter’s acceptance speech at the GLAAD Media Awards in 2017. There, he received the Vito Russo Award, which is presented to an openly LGBTQ media professional who has made a significant difference in promoting equality and acceptance.

The single is off of Billy Porter Presents: The Soul of Richard Rodgers, a Sony Masterworks-released album featuring soulful takes on classic Richard Rodgers songs alongside spoken messages about acceptance. 

Porter is a Tony and Grammy Award-winning singer, actor, playwright and director. Most recently, he released the album Billy Porter Presents: The Soul of Richard Rodgers. He is an outspoken advocate for racial justice and LGBTQ issues who has advanced LGBTQ stories on and off the stage. Porter received the Tony Award for Best Actor in a Leading Role in a Musical for his groundbreaking performance as drag artist Lola in the hit musical Kinky Boots. He also created theatre productions While Yet I Live and the GLAAD Media Award-nominated Ghetto Superstar (The Man That I Am), both about his life growing up as black, gay, Christian man in Pittsburgh, PennsylvainiaPorter pushed for marriage equality as a Board Member of the Empire State Pride Agenda and consistently demonstrates his commitment to LGBTQ youth by working with organizations including the Ali Forney Center for LGBTQ homeless youth in New York City.

Watch the video now!

February 6, 2018
Tags: 

www.glaad.org/blog/billy-porters-empowering-new-video-calls-resistance-trump-era

Elon Musk’s Car Is Currently Livestreaming Its Journey To Mars

Elon Musk’s Car Is Currently Livestreaming Its Journey To Mars
Having successfully tested its Falcon Heavy rocket, SpaceX is now livestreaming the incredible journey of the rocket’s payload: Elon Musk’s Tesla sports car.

The Tesla Roadster, complete with SpaceX’s astronaut suit for a driver, is now beginning its 400 million kilometre journey towards Mars as part of a heliocentric orbit that could potentially see it float through the solar system for up to a billion years.

The car is currently still attached to the Falcon Heavy’s upper stage and is currently undergoing a six hour epic journey through the radiation belts that surround our planet.

If the rocket and car can make it through the belts then a second burn will take place pushing the car into its final resting place, a vast heliocentric orbit around the Sun.

Just a few hours earlier the car had been atop SpaceX’s brand-new Falcon Heavy rocket, the most powerful rocket to be launched since the Space Shuttle.

With only a 50/50 chance of success during the test flight there was no guarantee that the rocket would even make it off the ground let alone deliver its electric car payload.

Despite early concerns about the weather, the launch was a success with the rocket not only delivering the car into space but both side boosters then returned to Earth and landed themselves.

www.huffingtonpost.co.uk/entry/elon-musks-car-is-currently-livestreaming-its-journey-to-mars_uk_5a7a291ee4b06505b4e8f978

Civil Rights, Labor, Women’s Groups, LGBTQ Organizations Oppose Dangerous Attack on Local Control

Civil Rights, Labor, Women’s Groups, LGBTQ Organizations Oppose Dangerous Attack on Local Control

Today, HRC, Fair Wisconsin, the statewide group working to advance equality for LGBTQ Wisconsinites, the Wisconsin LGBT Chamber of Commerce and Freedom for All Americans, a bipartisan campaign to secure full nondiscrimination protections for LGBTQ people nationwide, announced their opposition to two pieces of legislation moving through the Wisconsin State Legislature. Companion bills AB748 and SB634 would prevent local governments from enacting their own policies for local communities and strip away existing citywide employment non-discrimination protections. AB748 will be heard in the Assembly Committee on Local Government on Wednesday, while SB634 advanced out of committee last week.

“This legislation is a dangerous and blatant attack on local control.” said Wendy Strout, HRC Wisconsin State Manager. “It would bar local governments from passing and enforcing hard-won protections for workers,​ including​ the LGBTQ community. Constituents’ right to demand change and accountability from their leaders is one of the hallmarks of an effective democratic process, and local elected officials remain best equipped to respond to the needs of those they serve. We urge the legislature to honor cities’ right to self determination and reject any bill that would take away this ability.”

Said Megin McDonell, Executive Director of Fair Wisconsin:“Not only would Wisconsin be putting itself out of step with the rest of the country, it would be prohibiting its local communities from being able to compete for the best jobs and pass inclusive ordinances that will protect members of the LGBTQ community from discrimination. Passing this legislation would make Wisconsin one of the more hostile states in the nation to LGBTQ people.”

“These bills are not only bad for the people of Wisconsin, but they are bad for business,” said Jason Rae, President & CEO of the Wisconsin LGBT Chamber of Commerce. “Preventing local municipalities from protecting LGBTQ individuals from discrimination is wrong — plain and simple. Wisconsin is competing for talent in a global economy and we stand to lose out on truly qualified individuals if these bills pass. People want to live and work in a place that is fully welcoming and inclusive, and these bills are the opposite. They will have a severe negative impact on the business community in Wisconsin.”

“Preemption is a power grab, and irresponsibly broad legislation like this puts growing economies at risk,” said Masen Davis, CEO of Freedom for All Americans. “When state lawmakers prevent communities from passing economic policies that work for them, including ordinances that protect LGBTQ people from discrimination, they hinder economic growth and development. Not only would this bill put Wisconsin out of step with the rest of the country, it would prohibit its cities from being able to compete for the best jobs and retain the best talent. We urge the Wisconsin legislature to avoid turning the clock back on Wisconsin and to reject this dangerous legislation.”

Similar in part to language in North Carolina’s discriminatory HB2, AB748 and SB634 would render local communities powerless in regulating critical local issues including unfair labor practices, minimum wage increases, anti-LGBTQ employment discrimination legislation and more. The dangerous proposals would also void parts of existing LGBTQ non-discrimination protections in cities like Madison and Milwaukee, and strip cities’ ability to implement their own employment protections — such as minimum wage increases — in the future. Bills restricting local governments from protecting their own citizens are notoriously bad for business — North Carolina’s HB2 cost the state more than $329 billion in revenue.

The attack on fairness and equality in Wisconsin is part of an onslaught of anti-LGBTQ bills being pushed in 2018 by anti-equality activists around the country. HRC is currently tracking more than 85 anti-LGBTQ legislative proposals in 22 states. For more information, and a preview of the 2018 pro-equality and anti-LGBTQ legislation that HRC expects in state legislatures, click here.

www.hrc.org/blog/labor-womens-groups-civil-rights-and-lgbtq-organizations-oppose-dangerous?utm_source=rss&utm_medium=rss-feed

Arkansas Youth Come Together for First HRC Youth Summit

Arkansas Youth Come Together for First HRC Youth Summit

Post submitted by James K. Rector, HRC Arkansas Field Organizer

Rise. Energize. Ignite. These were the themes of HRC Arkansas’ first youth summit on Feb. 3. More than 40 youth from diverse backgrounds, many from rural cities in the Natural State, came together to learn organizing skills at the First United Methodist Church in downtown Little Rock .

The summit’s goal was to teach community organizing skills to middle school and high school students from across the state. Workshops were peer-led, and space was provided for students to brainstorm projects to complete in their schools and communities during the upcoming semester. After the summit, students will have access to mentors to help guide them through their projects before having the opportunity to showcase their work in the Spring.

Planned Parenthood, Arkansas United Community Coalition, Teach for America, the Arkansas Transgender Equality Coalition, the Center for Artistic Revolution (including students from its youth program), Diverse Youth for Social Change, Just Communities of Arkansas, the Gay and Lesbian Education Support Network, PFLAG, Arkansas Foster Care Alumni Association, Pride Corps, the University of Central Arkansas, University of Arkansas for Medical Sciences, Lucie’s Place, the GSA Network, area GSA advisors, counselors, teachers and students from the Clinton School of Public Service helped organize and lead the conference.

If you are interested in getting involved in HRC’s youth outreach and education and joining the fight for full equality in the Natural State, text ARKANSAS to 30644 and email James K. Rector, HRC Arkansas Field Organizer, at [email protected] for more information. 

www.hrc.org/blog/arkansas-youth-come-together-for-first-hrc-youth-summit?utm_source=rss&utm_medium=rss-feed

5 Jahre AfD: Diese Reden zeigen, wie die Partei immer radikaler wurde

5 Jahre AfD: Diese Reden zeigen, wie die Partei immer radikaler wurde
AfD-Chef Alexander Gauland beim Parteitag in Hannover

  • Heute vor fünf Jahren, am 6. Februar 2013, ist die AfD gegründet worden
  • Seitdem wurde die Partei nicht nur bei Wahlen immer erfolgreicher, sie rückte auch zunehmend nach rechts

18 Männer, ein Gemeindesaal in Oberursel im Taunus. Schneefall.

Was auf den Tag genau vor fünf Jahren so trostlos begann, wurde binnen weniger Jahre zur erfolgreichsten neugegründeten Partei seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.  

Die Rede ist von der Alternative für Deutschland (AfD).

► Eine Partei die heute in 14 Landesparlamenten und im Europaparlament sitzt und im Herbst 2017 als drittstärkste Kraft in den Bundestag eingezogen ist.

► Und eine Partei, die sich im Zeitverlauf “enorm nach rechts entwickelt hat”, wie der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder der HuffPost erklärt.

Ein Blick zurück auf zentrale Reden führender AfD-Politiker verdeutlicht, wie extrem sich die Partei gewandelt hat – und warum das für die Gesellschaft so gefährlich ist.

Gründungstreffen: Februar 2013

Treibende Kräfte hinter der neuen Partei sind der Hamburger Ökonomie-Professor Bernd Lucke, Gerd Robanus, damaliger Beisitzer im Bundesvorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung, der Ex-“FAZ”-Journalist Konrad Adam sowie Alexander Gauland, früherer Herausgeber und Geschäftsführer der “Märkischen Allgemeinen Zeitung”.

Alle vier eint nicht nur ihre frühere Mitgliedschaft in der CDU, sondern auch die Wut auf den Euro und die Griechenland-Politik der Bundestagsparteien. Zu den Zielen der Partei erklärt Lucke damals

“Die Alternative für Deutschland wird die Auflösung des Euros zugunsten nationaler Währungen oder kleinerer Währungsverbünde fordern. (…)

Sie wird sich auch für eine Verschlankung und Entbürokratisierung der Europäischen Union durch Rückverlagerung von Kompetenzen auf die nationale Ebene einsetzen.”

Gründungsparteitag: April 2013

April 2013: Der erste AfD-Bundesvorstand Konrad Adam, Frauke Petry und Bernd Lucke

Wenige Wochen später kommen bereits etwa 1500 AfD-Mitglieder zum Gründungsparteitag in Berlin zusammen. 

Bereits damals sind Reden im Ton scharf. So ruft Lucke, der wie die Chemikerin Frauke Petry und Adam zum Vorstandssprecher gewählt wird: Man sei angetreten, “die Zwangsjacke der erstarrten und verbrauchten Altparteien zu sprengen”.

Im Fokus der Partei steht noch die Griechenland-Rettung von Kanzlerin Angela Merkel. Die “heillose Rettungspolitik” will die AfD beenden, um so eine “eklatante Verletzung demokratischer, rechtsstaatlicher und ökonomischer Grundsätze” abzuwenden.

Und Lucke betont:

“Die Alternative für Deutschland, meine Damen und Herren, ist eine Partei neuen Typs. Sie ist weder links noch rechts – warum sollten wir auch?“

► Aus heutiger Sicht unvorstellbar: Laut “Frankfurter Allgemeiner Zeitung” hätten mehrere Mitglieder versucht, einen Mann aus dem Saal zu drängen, der eine Deutschlandfahne schwenkte. Dafür sei er zuvor bereits mehrmals ausgebuht worden.

Bundestagswahl: September 2013 

September 2013: AfD-Sprecher Bernd Lucke am Wahlabend

Zwar scheitert die AfD mit 4,7 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Doch die noch junge Partei wertet das Ergebnis dennoch als Erfolg.

“Wir haben die Parteien das Fürchten gelehrt”, erklärt Lucke noch am Wahlabend laut der “Berliner Morgenpost”. “Innerhalb von wenigen Monaten haben wir eine neue Partei aus der Mitte der Gesellschaft gegründet.”

Zugleich strömen zunehmend rechtskonservative Mitglieder in die Partei. So wechseln wohl auch mehrere Hundert enttäuschte Anhänger der islamfeindlichen Partei Die Freiheit zur AfD  – “und belasten das parteiinterne Klima”, wie die “Berliner Morgenpost” im September 2013 bemerkt. 

Europawahl: Mai 2014

Ein Plakat der AfD zur Europawahl 2014

Bei der Europawahl erreicht die AfD 7,1 Prozent der Stimmen – und entsendet so zum ersten Mal Abgeordnete in ein Parlament.

► “Der schnelle Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass die Partei mit dem Euro-Skeptizismus und der Flüchtlingsfrage zwei Felder besetzt hat, die von keiner anderen Partei so offensiv vertreten wurden”, erklärt Politik-Professor Schroeder, der an der Uni Kassel lehrt.  

Lucke und andere AfD-Spitzenkandidaten lassen sich feiern. “Es ist Frühling in Deutschland, Blumen blühen auf, andere Blumen verwelken, auch manche Parteien“, erklärt Lucke mit Blick auf die FDP, die deutlich schlechter abschneidet.

Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen: August und September 2014 

Infografik: AfD jetzt in 14 Landtagen vertreten | Statista

Mit der sächsischen Landtagswahl beginnt der Marsch der AfD in die Landesparlamente – und damit auch der Aufstieg der Parteirechtsaußen Björn Höcke und Gauland.

So fordert der Thüringer AfD-Chef Höcke vor der Landtagswahl, aufgrund steigender Flüchtlingszahlen das Schengener Abkommen auszusetzen. Da Italien die EU-Außengrenze nicht genügend schützen könne, müsse das Abkommen so lange außer Kraft gesetzt werden, bis die Grenzen wieder sicher seien.

Das sind nicht die einzigen Forderungen: Höcke will auch das Asylrecht einschränken, Sozialbetrüger abschieben und deren erneute Einreise nach Deutschland unmöglich machen.

► Aus Sicht von Politikwissenschaftler Schroeder hat die AfD “aus der Sondersituation der Flüchtlingskrise profitiert, indem sie als einzige Partei auf geschlossene Grenzen und die strikte Einhaltung von Regeln drängte”.

Prägend von Anfang an: “Xenophobie, also das Schüren von Ängsten”, betont Schroeder.

Erfurter Resolution: März 2015

Die Initiatoren: Björn Höcke und André Poggenburg

► Konnte der Rechtsruck anfangs unter der Führung neoliberaler Professoren um Lucke noch abgefedert werden, “ist er seit der Erfurter Resolution innerparteilich immer weniger aufzuhalten”, erklärt Schroeder

Höcke und AfD-Sachsen-Anhalt-Chef André Poggenburg haben im Frühjahr die so genannte Erfurter Resolution initiiert – der Beginn der Spaltung ein rechtsnationales und ein gemäßigt-konservatives Lager. 

Später unterzeichnet auch Gauland die Resolution, die fordert, die Partei stärker rechtskonservativ auszurichten und auch mit Bewegungen wie Pegida zu kooperieren. 

Essener Parteitag: Juli 2015

Die neuen AfD-Sprecher: Jörg Meuthen und Frauke Petry

Auf dem AfD-Parteitag in Essen kommt es zum offenen Bruch zwischen dem eher gemäßigten Flügel um Parteigründer Lucke und dem rechtsnationalen Flügel um Petry und den ostdeutschen Parteichefs. 

Die Delegierten wählen Lucke ab. Neue Parteisprecher werden Petry und der AfD-Baden-Württemberg-Chef Jörg Meuthen.

Der geschasste Lucke klagt:

“Die Partei hat sich ganz grundsätzlich verändert”. Er zeigt sich entsetzt über “islamfeindliche Äußerungen” Petrys und über AfD-Mitglieder, die auf dem Podium von einer “Invasion von Asylanten” sprechen.

Kurze Zeit später tritt Lucke aus der AfD aus und gründet die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich später in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenennt. 

Höcke-Reden: Oktober und November 2015

Björn Höcke, hier bei einer Rede in Magdeburg

Im Herbst 2015 übertrifft Höcke alles dagewesene. Ende Oktober fabuliert Höcke bei eine Rede in Erfurt von einem “tausendjährigen Deutschland” und ruft zu einem “heißen Herbst” auf.

Partei-Sprecherin Petry muss anschließend in etlichen Talkshows betonen, dass Höcke sich lediglich ungeschickt ausgedrückt und seinen Fehler erkannt habe

Doch Höcke scheint das nicht zu interessieren. Während eines Vortrags Ende November weist der Thüringer AfD-Chef auf “evolutionäre” Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern hin. Er erklärt:

“Die Evolution hat Afrika und Europa, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche Reproduktionsstrategien beschert.”

Der “lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp” treffe in Europa auf den “selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp”.

“Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern.”

Antisemitismus-Skandal: Juni 2016 

Wolfang Gedeon

Er gehört zu den umstrittensten Figuren in der AfD: Wolfgang Gedeon, Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, steht immer wieder wegen seiner antisemitischen Schriften und Aussagen in der Kritik.

Gedeon hat in einem Buch im Zusammenhang mit dem Holocaust von “gewissen Schandtaten“ und einer “Zivilreligion des Westens“ geschrieben.

Zudem hatte er Holocaust-Leugner als “Dissidenten” bezeichnet und so mit Menschen vergleichen, die für ihr politisches Engagement in autoritären Regimes verfolgt werden. AfD-Chef Meuthen will ihn deshalb aus der Partei schmeißen. Doch zahlreiche Abgeordnete wehren sich dagegen.

► Festzuhalten bleibt: Wie Höcke ist auch Gedeon nach wie vor Mitglied der AfD

Mehr zum Thema: “Kein einziger Jude ist in der Gaskammer umgebracht worden”: Wie antisemitisch ist die AfD wirklich?

Höcke-Rede in Dresden: Januar 2017

Björn Höcke

Anfang 2017 sorgt der Thüringer AfD-Chef – nach etlichen Hasstiraden in der Vergangenheit – abermals für einen Eklat.

► Negativer Höhepunkt seiner Rede im Ballhaus Watzke in Dresden: Das Holocaust-Mahnmal in Berlin bezeichnet Höcke als ein “Denkmal der Schande im Herzen der Hauptstadt”.

Die deutsche Geschichte werde mies und lächerlich gemacht. Zugleich nennt er die bekannte Rede von Richard Weizsäcker zum 40-jährigen Ende des Zweiten Weltkrieges eine “Rede gegen das eigene Volk”.

Höcke tritt in Dresden zusammen mit dem sächsischen AfD-Politiker – und heutigen Bundestagsabgeordneten – Jens Maier auf.

Der erklärt in bestem NPD-Sprech “diesen Schuldkult für endgültig beendet” – gemeint ist die Erinnerung an den Holocaust und seine Millionen Opfer. 

Mehr zum Thema:Was ein deutscher Richter über den Umgang mit dem Holocaust sagt, ist eine Schande

Wahlkampf und Bundestagswahl: August und September 2017 

Die beiden AfD-Spitzenkandidaten: Alexander Gauland und Alice Weidel

Im Bundestagswahlkampf 2017 fällt vor allem AfD-Spitzenkandidat Gauland mit rassistischen und revisionistischen Äußerungen auf.

► Vorfall 1:

Die Integrationsbeauftragte der Kanzlerin und SPD-Vize Aydan Özoguz hat im “Tagesspiegel” zum Thema Leitkultur geschrieben: ”Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt.”

Daraufhin erklärt Gauland bei einem Auftritt in Nordthüringen

“Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her und wir werden sie dann auch, Gott sei dank, in Anatolien entsorgen können.“

► Vorfall 2:

Am 2. September, auf den Tag genau 72 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, hält AfD-Spitzenkandidat Gauland eine Rede auf dem Kyffhäuser-Treffen des rechtsnationalen Flügels der AfD.

Er sagt:

“Wenn die Franzosen zurecht stolz auf ihren Kaiser sind und die Briten auf Nelson und Churchill, haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.”

“Wer Geschichte säubert, zerstört unsere Identität”, sagt Gauland weiterhin. “Unser Freund Björn Höcke hat zurecht darauf hingewiesen: Wir lassen uns unsere Identität nicht zerstören.”

Was Björn Höcke tatsächlich getan hat: Er hat das Holocaus-Denkmal in Berlin als “Denkmal der Schande” bezeichnet. Gauland hatte ihn für diese Aussage verteidigt und Höcke sogar als “Seele der AfD” bezeichnet.

► Vorfall 3:

Es ist der Abend der Abstimmung, als bei der Wahlparty der AfD die ersten Prognosen eintrudeln.

Kurz nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses (die Partei landet am Ende bei 12,6 Prozent) erklärt Gauland der wartenden Presse, die künftige Bundesregierung solle sich “warm anziehen. Wir werden sie jagen.”

“Wir werden sie jagen!” – lautet die Kampfansage des AfD-Spitzenkandidaten Gauland an die künftige Bundesregierung. #btw17pic.twitter.com/n0bUX521FQ

— tagesschau (@tagesschau) September 24, 2017

► Die Folgen:

Bereits in der Woche vor der Wahl ist die damals schon isolierte Petry zum AfD-Spitzenduo Gauland und Alice Weidel auf Distanz gegangen.

Sie bekundet darüber hinaus das Verständnis für die Wähler, die vor allem über die Äußerungen Gaulands “entsetzt” seien.

Einen Tag nach der Wahl zieht sie die Reißleine: In einer Pressekonferenz erklärt die Noch-Partei-Chefin, dass sie der Fraktion ihrer Partei im Deutschen Bundestag nicht angehören werde.

“Ich möchte aktiv Realpolitik machen”, betont Petry.

Parteitag: Dezember 2017

Dezember 2017: Die neuen AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen

Wie mächtig der rechtsnationale Flügel geworden ist, zeigt die Abstimmung um den zweiten Vorsitzenden (neben dem wiedergewählten Meuthen) auf dem Parteitag in Hannover:

Der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski vom eher gemäßigten Flügel unterliegt beinahe der fast unbekannten Doris Sayn-Wittgenstein – die in ihrer Vorstellungsrede einen streng nationalistischen Ton anschlägt.

Am Ende fehlt nur eine Stimme. In einer Wiederholung der Wahl kandidiert Gauland, der souverän gewählt wird.

Motiviert durch den Wahlerfolg bei der Bundestagswahl und den Einzug in den Reichstag mit über 90 Abgeordneten zeigen sich die Delegierten in ihren Reden in Hannover aggressiv. 

► So bezeichnet AfD-Vize Beatrix von Storch Kanzlerin Merkel als die “größte Rechtsbrecherin der deutschen Nachkriegsgeschichte”. Von Storch betont:

Die Strategie der AfD sei es, “alles zu tun, um Deutschland zu retten. Den Zustrom stoppen. Die Syrer zurückbringen. Wir werden die Islamisierungen zurückdrängen (…) und unser Vaterland und unsere Kultur verteidigen.”

►  Noch deutlicher wird AfD-Landeschef Poggenburg. Beim Parteitag geht er mit nationalistischen Parolen in die Offensive:

“Deutschland gehört den Deutschen und hat den Deutschen zu gehören. Wem denn sonst?”, ruft er den Delegierten zu.

Mehr zum Thema:AfD-Parteitag: 8 Zitate zeigen, wie weit die Partei nach rechts gerückt ist

Fazit:

Februar 2018: Die AfD ist in der Bundespolitik angekommen

“Der größte Erfolg der AfD besteht wohl darin, dass die Koalition zwischen extremen und gemäßigten Kräften, trotz des Auszuges von Lucke und Petry, gehalten hat”, erklärt Politologe Schroeder der HuffPost.

Zumindest vorerst. Offensichtlich ist jedoch der stetige Rechtsruck – auch das versinnbildlicht das Ausscheiden von Lucke und Petry. 

Klar ist aber auch: “Die AfD hat das bundesdeutsche Parteiensystem grundlegend verschoben”, sagt Schroeder. 

Und das in zweierlei Hinsicht:

► Einerseits ist die Regierungsbildung schwieriger geworden, “da die AfD gewissermaßen als stummer Gast immer mit am Tisch sitzt”, erläutert Schroeder mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.

► Andererseits hat die AfD zu einer Politisierung der Gesellschaft beigetragen. Die Partei konnte nicht nur Stimmen aus dem Nichtwähler-Bereich gewinnen. Sondern auch durch ihre “offensive, polarisierende und tabuverletztende Art” den gesellschaftlichen Raum politisieren.

“Das ist einerseits durchaus belebend”, findet Schroeder – “solange es keine konkreten Auswirkungen hat.” Das sei andererseits bei der AfD nicht der Fall.

► Der Politologe warnt: “Das von der Partei präferierte Verhalten nimmt Ängste auf und schürt Ressentiments – und damit hat sie auch ein sehr hohes destruktives Potential.”

Mehr zum Thema: Interne Chatprotokolle zeigen, wie die AfD das Land in Nazi-Manier umwandeln will

(lp)

www.huffingtonpost.de/entry/5-jahre-afd-reden-der-parteichefs-zeigen-wie-die-partei-immer-radikaler-wurde_de_5a799176e4b0164659c8147f

HRC Arkansas Deepens the Conversation on Race Equity in the Natural State

HRC Arkansas Deepens the Conversation on Race Equity in the Natural State

Post submitted by James K. Rector, HRC Arkansas Field Organizer

HRC Arkansas is proud to be part of a coalition of organizations working to expand opportunities of social and racial justice under the guidance and direction of the Arkansas Public Policy Panel and its sister organization, the Citizens First Congress.

Since 1963, the Arkansas Public Policy Panel has worked to advance social and economic justice through respect for human dignity, diversity, empowerment and an inclusive, fair and transparent political process. The Arkansas Citizens First Congress is a multi-issue, non-partisan coalition of more than 50 organizations that work together to create progressive changes in state policy. Coalition members come from all corners of Arkansas to work on a variety of issues.

The goals of this coalition are:

  • To build a broad coalition of marginalized communities and allies;
  • Expose and dismantle systems of exclusion;
  • Build public support to reform institutional policies and practices that constrain opportunity for marginalized communities; and
  • To improve relationships across racial and cultural barriers to create more inclusive and effective alliances.

Through organizing people of color, building coalitions, developing policy and documenting these goals, this campaign will help create inclusive opportunities for social and racial justice work in the Natural State.

One of the first steps for the coalition involves holding community conversations with an advisory committee and working with Race Forward: The Center for Racial Justice Innovation to hold public education programming to ensure the long-term success of the campaign. This multi-year campaign will focus specifically on developing leadership and mobilizing marginalized communities in the South.   

For more information about how you can get involved with race equity work in Arkansas and be a part of the coalition, contact James K. Rector, HRC Arkansas Field Organizer, at [email protected].

www.hrc.org/blog/hrc-arkansas-deepens-the-conversation-on-race-equity-in-the-natural-state?utm_source=rss&utm_medium=rss-feed

#AM_Equality Tipsheet: February 6, 2018

#AM_Equality Tipsheet: February 6, 2018

ONLY 45 PERCENT OF RESPONDENTS IN NEW HRC SURVEY REPORT THEIR EMPLOYERS OFFER LGBTQ-INCLUSIVE PAID FAMILY LEAVE POLICIES: Compared to the overall U.S. population, LGBTQ respondents also reported heightened concerns about accessing leave, citing potential loss of income and adverse workplace outcomes from having to disclose their LGBTQ identities through leave requests. NewNowNext took a deep dive into how non-inclusive leave policies affect same-sex male couples. More from NewNowNext.

MISGUIDED WISCONSIN LEGISLATORS TRY TO BAR CITIES FROM PROTECTING THEIR OWN CITIZENS: Proposed legislation would ban local ordinances that extend more inclusive protections than state law. This would nullify parts of Madison’s LGBTQ-inclusive city nondiscrimination ordinance, and prevent cities in the Badger State from raising the minimum wage or regulating other labor practices. Read the full bill text here.

TUESDAY TWEET: More from The New York Times.

Transgender people face a double bind: Find jobs amid rampant prejudice or lose critical medical coverage, writes @blackTiresias t.co/0iGVdmFz2u

— NYT Opinion (@nytopinion) February 5, 2018

NEW STUDY — TEENS IDENTIFYING AS TRANSGENDER AT HIGHER RATES: The University of Minnesota found that nearly three percent of 81,000 Minnesota students surveyed in ninth and 11th grade identify as transgender or gender nonconforming. Experts cite increased visibility as a reason teens are more likely to live openly. More from The Associated Press.

MORNING MUST READ FROM ANNISE PARKER — “BIG STRIDES FOR TRANSGENDER CANDIDATES”: The former Houston mayor and new president and chief executive of the Victory Fund (@AnniseParker) writes, “The unprecedented number of trans candidates and trans victories is forming a virtuous cycle, with trans leaders inspired by last year’s wins now considering runs for office in 2018 and beyond.” More from Newsday.

AMERICAN BAR ASSOCIATION ADOPTS PRO-EQUALITY RESOLUTIONS: They include supporting nondiscrimination protections for LGBTQ jurors; urging employers in the legal profession not to discriminate against employees based on gender identity, gender expression or sexual orientation; and adopting an interpretation of Title VII of the Civil Rights Act of 1964 that prohibits sex discrimination in employment to include discrimination based on sexual orientation and gender identity. More from ABA Journal.

HOD Res 116A: Adopted. Supports an interpretation of a provision of Title VII of the Civil Rights Act of 1964 that prohibits sex discrimination in employment to include discrimination based on sexual orientation and gender identity #ABAMidyear

— American Bar Association (@ABAesq) February 6, 2018

CALL YOUR STATE LEGISLATORS – State bills to keep on your radar!

  • South Dakota SB 160 would prohibit teachers from instructing students about gender identity. More from the Argus Leader.
  • Tennessee HB 54 would grant businesses a license to discriminate, and, ironically, is scheduled for hearing on Valentine’s Day. Read the bill text here.

READ FIRSTHAND ACCOUNTS OF PUBLIX REFUSING TO COVER HIV PREVENTION MEDICATION THROUGH EMPLOYEE INSURANCE PLANS: More from Miami New Times.

TRANSGENDER CALIFORNIA STUDENT ASSAULTED IN COLLEGE PARKING LOT: Local police are investigating the assault as a hate crime. More from ABC 7.

GLOBAL EQUALITY NEWS

DANGEROUS — INDONESIA’S MINISTRY OF HEALTH DECLARES HOMOSEXUALITY A “MENTAL DISORDER”: More from Gay Star News.

HORRIFYING — WHITE SUPREMACIST FOUND GUILTY FOR PLANNING ATTACK ON BRITISH LGBTQ PRIDE EVENT: More from Pink News.

READING RAINBOWBookmark now to read on your lunch break!

The Daily Trojan announces a new initative on LGBTQ mental health at the University of Southern California; On Top Magazine reports that pro wrestler Anthony Bowens (@Bowens_Official) has come out as bisexual; USA Today interviews openly gay Olympic skier Gus Kenworthy (@guskenworthy); Refinery29 asks bisexual, queer and pansexual people about how they define their sexual orientation 

www.hrc.org/blog/am-equality-tipsheet-february-6-2018?utm_source=rss&utm_medium=rss-feed